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Interessante Wetterphänomene

Von unseren Fotowebcams werden oft sehr interssante Dinge festgehalten. Sei es ein Wetterphänomen oder etwas anderes interssantes. Da an anderen Stellen kein Platz dafür ist, haben wir uns dazu entschieden eine Unterseite zu erstellen in der alles gesammelt wird.

NLC - Leuchtende Nachtwolken

Leuchtende Nachtwolken
Am 20.06.2017 ab etwa 03:00 Nachts konnten mehrere unserer Fotowebcams ein beeindruckendes Phänomen ablichten. Es handelt sich um "Leuchtende Nachtwolken" (engl. noctilucent clouds). Aus Wikipedia: "..Leuchtende Nachtwolken sind Ansammlungen von Eiskristallen oberhalb der Mesosphäre in der Mesopause. Dort wird das absolute Temperaturminimum der Erdatmosphäre erreicht. Sie erscheinen in einer Höhe von 81-85 km - im Gegensatz zu den Wolkenformen der Tropospähre, die maximal eine Höhe von 13 km erreichen. Die meisten Sichtungen in Mitteleuropa gibt es von Anfang Juni bis Ende Juli (also in den Monaten um die Sonnenwende) in der Dämmerung Richtung Norden als leuchtende fasericge Wolken und sind nicht mit den polaren Stratosphärenwolken zu verwechseln...Der Ursprung der Kristallisationskeime ist noch nicht endgültig geklärt..."

Am deutlichsten zu erkennen war die Formation von der Fotowebcam Bernau-Bergham aus ab etwa 03:00 Uhr.
Direktlink zum Bild: https://www.terra-hd.de/bernau1/#2017/06/20/0320

Herabfließender Nebel

WuhrsteinalmWuhrsteinalm

Eigentlich ist ja die Region im Kaiserwinkl in Tirol für wenig Nebel bekannt. Oftmals herrscht um den Chiemsee dicker Nebel, während in der Region um Kössen oder Reit im Winkl strahlender Sonnenschein herrscht. An manchen Tagen ist es aber genau andersherum. So wie auch in der Nacht vom 17.11.2016 auf den 18.11.2016, fotografisch festgehalten von der Fotowebcam auf der Wuhrsteinalm in Schleching. Wie auf dem Bild gut erkennbar drückt es den Nebel regelrecht über den Grenzkamm von Tirol nach Bayern und hinunter ins Achental. In dieser Nacht herrschte starker Föhn, es muss sich also um eine Begleiterscheinung des Föhns handeln. Wir würden uns freuen, wenn uns jemand die Invasion aus Tirol aus meteorologischer Sicht erklären könnte...info@webcam-hd.de Link zum Bild: https://www.terra-hd.de/wuhrsteinalm/#2016/11/17/2240

Schlechtwetterfront über Norddeutschland vom Hochfelln aus?? -> Nein!

Fernsicht vom HochfellnFernsicht vom Hochfelln

Am 26.08.2016 waren auf der Webcam am Hochfellngipfel auffällige Quellwolken zu sehen. Da für diesen Tag in ganz Bayern "mackelloser Sonnenschein" angesagt war haben wir uns gewundert, was denn hier nun zu sehen ist? Ein Blick auf das Wolkenradar bestätigte die Wettervorhersage. In ganz Bayern keine Wolke am Himmel. Was hat die Kamera hier aufgezeichnet? Die Sache hat uns nicht losgelassen, so haben wir intensiver nachgeforscht. Zu Beginn musste die maximale Sichtweite bei "idealen Bedingungen" bestimmmt werden. Zu diesem Zweck gibt es eine mathematische Formel:
Maximale Sichtweite = 3,9 mal (Wurzel aus Höhe Betrachter + Wurzel aus Höhe Ziel)
Der Kamerastandort hat eine ungefähre Meereshöhre von 1670 Meter. Das niederbayerische Flachland eine Höhe von 300-400 Meter. Möchte man nun den weit entferntesten sichtbaren Punkt am Boden (z.b. eine Stadt) vom Hochfelln aus sehen ergeben sich etwa mindestens 220 Kilomenter. Auf dem Bild ist jedoch eine Gewitterwolke zu sehen. In unseren Breiten können sich diese Gewitterwolken weit über 10.000 Meter auftürmen. Setzt man nun in die obige Formel anstatt der ungefähren 300 Meter 10.000 Meter ein ergibt sich erstaunliches. Das Ergebnis sind 550 Kilometer! Tatsächlich war zu diesem Zeitpunkt eine Schlechtwetterfront auf dem Radar zu erkennen welche zu diesem Zeitpunkt von der Nordsee in den Bereich Hannover (südlich Hamburg) zog. Rein rechnerisch muss also genau diese Front auf den Bildern zu erkennen sein...War es wirklich so? Da wir keine Meteorologen sind können wir es nicht garantieren. Gerne darf sich ein Experte zu Wort melden!

Ein Experte hat sich gemeldet und das Gewölk erklärt: Im Normalfall ist es in höheren Luftschichten kälter als am Boden. Ein warmes Luftpaket kann ungehindert aufsteigen, so lange es wärmer ist als dessen Umgebung. Es steigt auf, kühlt ab und kondensiert. Auf den Bildern ist deutlich eine Inversion zu erkennen. Inversion bedeutet, die Luft ist entgegen der normalen Schichtung unten kälter und oben wärmer. Was passiert nun mit dem aufsteigenden Luftpaket? Richtig, es kann so lange aufsteigen bis der Punkt erreicht ist, an dem die Umgebung plötzlich wärmer wird als das Luftpaket selbst. Es entsteht eine Sperrschicht, diese Sperrschicht ist auf dem Bild deutlich auszumachen. Inversionslagen sind übrigens auch die klassischen Smog-Lagen ("Dunstglocke"), welche in der kalten Jahreszeit recht häufig auftreten. Auf den Bildern sind aber auch Quellungen zu erkennen: An markanten Punkten (Berge, Atromkraftwerke, Strohfelder, Städte, etc...) kann es vorkommen, dass eine besonders warme Luftblase die Inversionsschicht durchstößt und eine Quellwolke bildet, sobald der Taupunkt unterschritten wird. Logischerweise sind solch kleine Quellungen auf dem Radar nicht erkennbar. Einer der möglichen Verursacher dieser Quellungen könnte möglicherweise das Kernkraftwerk Ohu in Niederbayern sein.

Vielen Dank an Florian Mengedoht aus Marquartstein, der uns die Erklärung geliefert hat!
Direktlink zum Bild 26.08.2016 14:50 Uhr
Quelle Satelitenbild: www.sat24.com